Sexualstraftäter in Dating-Sites

Sexualstraftäter im Visier

Connecticuts Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal hat Sexualstraftäter auf Facebook, einem Community-Portal und auf MySpace, einer Social-Networking-Site im Visier.

Sexualstraftäter in Community-Portalen

In den USA gibt es etwa 600.000 vorbestrafte Sexualtäter, unter anderem Kinderschänder und Vergewaltiger, die sich regelmäßig bei der Polizei an ihrem Wohnort melden müssen. Viele der Sexualstraftäter müssen bei der Benutzung des Internets gerichtliche Auflagen beachten. In den USA geben Behörden Internetbenutzern Einblick in die Listen mit registrierten Sexualstraftätern; ein Vorgang, der aufgrund des Datenschutzrechts in Deutschland unvorstellbar ist.

MySpace beliebt bei Jugendlichen

Vergangenes Jahr erwarb Rupert Murdochs News Corp. das Portal MySpace für 580 Millionen Dollar. Die Social-Networking-Website ist als Kontakt- und Dating-Site besonders bei Jugendlichen beliebt.

Staatsanwaltschaften üben Druck auf Myspace aus

Staatsanwaltschaften verschiedener Bundesstaaten hatten Druck auf das Unternehmen ausgeübt, Daten an Polizeibehörden herauszugeben, um Sexualstraftäter belangen zu können, wenn sie mit der Benutzung des Internets gegen gerichtliche Auflagen verstoßen. Daraufhin hat MySpace im Mai diesen Jahres zugestimmt, den Polizeibehörden die Daten der vorbestraften Sexualtäter zu übergeben, deren Accounts von dem Unternehmen gesperrt wurden. Damals hatte man 7.000 Accounts entdeckt.

MySpace sperrt weitere 29.000 Sexualstraftäter

Die Social-Networking-Website MySpace.com war nicht untätig und hat mittlerweile eine landesweite Datenbank mit vorbestraften Sexualstraftätern, z.B. Kinderschändern und Vergewaltigern sowie Informationen zum Hintergrund der Sexualstraftaten der einzelnen Sexualstraftäter angelegt. MySpace sperrte sodann 29.000 der identifizierten und vorbestraften Sexualstraftäter den Zugang zur Online-Community. Offensichtlich will My Space so dazu beitragen die Sicherheit des Social-Networking zu erhöhen, den nachhaltigen Erfolg des Konzepts der Social-Networking-Website abzusichern sowie mögliche Schadenersatzklagen abzuwehren und behördlichen Auflagen und Zwangsmaßnahmen zuvorkommen.

Staatsanwälte für Prävention und Verfolgung

Der Generalstaatsanwalt von Connecticut, Richard Blumenthal sieht in der offensichtlich hohen Zahl von vorbestraften Sexualtätern unter den Benutzern der Websites Grund einzuschreiten: "Die explodierende Epidemie von Profilen von Sexualstraftätern auf MySpace schreit nach weiteren Aktionen." Aktuell fordern Staatsanwälte und Politiker bei der Registrierung zu MySpace und Seiten mit vergleichbaren Konzepten bei Anmeldungen einen Altersnachweis und bei Minderjährigen eine Genehmigung der Erziehungsberechtigten zu verlangen.

Weitere Dating Portale im Visier

Myspace hat sich mit Kooperation und geeigneten Maßnahmen zunächst aus der Schußlinie gebracht.

Nun berichtet die New York Times, Richard Blumenthal, Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats Connecticut, bemängelt, dass sich verurteilte Sexualstraftäter auf den Seiten des Community-Portals "Facebook" präsentieren können: "Drei oder mehr" Vorbestrafte hätten seine Ermittler entdeckt, die bei dem Community-Portal Facebook registriert seien.

Schutzmaßnahmen von Facebook unzureichend?

Facebooks Datenschutzbeauftrage Chris Kelly sagte laut dem Bericht ihr Unternehmen habe eine Reihe von Beschwerden erhalten. Sofern diese berechtigt seien, würden die entsprechenden Profile innerhalb von 72 Stunden gelöscht.

Profile Minderjähriger sind nicht für Erwachsene einsehbar, außer diese wurden vom minderjährigen Nutzer als Kontakt anerkannt. Laut dem Bericht der New York Times kann diese Sicherheitsfunktion umgangen werden, wenn sich eine Person einer Gruppe von Nutzern anschließt. Eine der Gruppen sei beispielsweise "Facebook Swingers". Der Name der Gruppe allein läßt mit hinreichender Wahrscheinlichkeit auf sexuelle Inhalte und Intentionen dieser Gruppe schließen. Obwohl Facebook sexuelle Inhalte untersagt, gebe es diverse Gruppen, die sich solchen Themen widmen, heißt es in dem Bericht der News York Times.

Facebooks war bis vor einem Jahr eine geschlossene Community, die sich erst im vergangenen Jahr der Allgemeinheit geöffnet hatte.